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Archiv für Februar 2011

PLOCHINGEN: Neue Lüftung soll Betriebskosten stark senken – Stadt investiert mehr als 200 000 Euro

Von Hans-Joachim Hirrlinger
Artikel vom 25.02.2011 © Eßlinger Zeitung

Stadtbad Plochingen

Umgeben vom Schulzentrum steht das Stadtbad am Plochinger Burgplatz neben dem Feuerwehrhaus (rechts). Technisch und teilweise auch optisch soll das Bad modernisiert werden.Archivfoto: Rudel

Das Bekenntnis des Gemeinderats zum Stadtbad am Standort Burgplatz fiel einstimmig aus. Plochingen steht zum inzwischen 50 Jahre alten Hallenbad, das dringend sanierungsbedürftig ist. Nach diesem Bekenntnis können nun auch die Heizung und Lüftung auf einen modernen Standard gebracht werden.

Badegäste kennen das: Die Luft in der Schwimmhalle ist schwül, mit Feuchtigkeit gesättigt. Das liegt daran, dass möglichst wenig Wärme ins Freie geblasen werden soll. Das soll sich nun über die neue Lüftungsanlage mit Hilfe von Wärmerückgewinnung ändern. Mit vergleichsweise geringen Investitionen, die sich innerhalb von knapp sechs Jahren amortisieren können, will die Stadt über das Energiespar-Contracting Heizung und Lüftung auf den neuesten Stand bringen. Die Contracting-Firma Cofely investiert in die neue Lüftung 162 000 Euro und spart damit pro Jahr gut 28 000 Euro an Betriebskosten ein. Aus der Einsparung wird die Investition finanziert. Auch Steuerung und Regelung der Beckenwasserheizung werden erneuert, so dass in etwa einem Jahr im Zusammenhang mit einem neuen Blockheizkraftwerk in der Heizzentrale Tannenstraße laut Cofely-Fachmann Steffen Haller „eine hocheffiziente Anlage“ entstanden sein wird, die die Luftqualität im Hallenbad „deutlich verbessern“ soll. Dies gilt auch für angenehme Temperaturen in den Umkleiden, für die die neue Lüftung ebenfalls sorgt.

Stadt muss selbst investieren

Die Stadt muss allerdings ergänzend selbst ins Hallenbad investieren. 215 000 Euro kostet es, den Brandschutz mit Brandmeldern, neuen Türen und Entrauchung von zwei Treppenhäusern zu modernisieren, die Umkleiden mit neuen Spinden zu versehen und den Sprungturm zu erneuern. Schon aus hygienischen Gründen sei es notwendig, auch die Lüftungskanäle und Auslasse reinigen zu lassen, begründet Andreas Sättele, der Leiter des Verbandsbauamtes, den rund 60 000 Euro kostenden Anteil dieser Arbeiten. Der Gemeinderat stimmte diesem Kostenblock mit Mehrheit zu.

Die Entscheidung für den bestehenden Standort ist vor dem Hintergrund der grundsätzlichen Sanierungsbedürftigkeit des Stadtbades gefallen. Schon 2007 war untersucht worden, dass etwa 4 Millionen Euro notwendig seien, das Bad auf einen neuwertigen Standard zu bringen. Ein Neubau an einem anderen Platz war dagegen mit 5,3 Millionen Euro bewertet worden. Er wurde damals auch im Hinblick auf das Schulschwimmen verworfen. Am Burgplatz steht das Hallenbad zentral zwischen Gymnasium, Grund- und Werkrealschule sowie Realschule.

Das anschließende Feuerwehrmagazin wird in etwa 1,5 Jahren frei, so dass sich am Burgplatz neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen, die im Herbst über einen städtebaulichen Wettbewerb geklärt werden sollen. Daraus könnten sich auch Auswirkungen auf das Stadtbad ergeben, sagte Bürgermeister Frank Buß im Gemeinderat.

„Wir stehen zum Hallenbad“, sagte Gerhard Remppis für die SPD. Dazu gebe es keine Alternative. Reiner Nußbaum (CDU) erklärte, das Stadtbad sei zwar vom Vorzeigeprojekt zum Sorgenkind geworden, aber sehr vielen Plochingern ans Herz gewachsen. Diese Notoperation sei notwendig. Auch die OGL stimmte dafür, das Bad sauber, ordentlich und funktional zu erhalten, wie Brigitte Friederich sagte. Das gilt zwar auch für die BVP, doch zwei ihrer Stadträte stimmten gegen die Ertüchtigung.