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Archiv für März 2011

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Stadt und Energiecontractor investieren um Betriebskosten zu senken

(Bericht aus den Plochinger Nachrichten, Ausgabe 9 vom 03.03.2011)

Stadtbad Plochingen

Mit 50 in die Jahre gekommen: Jetzt wird in das Stadtbad investiert.

Volles Haus im Alten Rathaus: Fast kein Stuhl war bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates mehr frei. Die Tagesordnung hatte zahlreiche Freunde und Förderer des Stadtbads angelockt – schließlich ging es um „ihr“ Bad. Das ist zwar schon in die Jahre gekommen, strahlt aber für viele immer noch einen großen Charme aus. Um das Bad grundlegend zu sanieren wären weit über 4 Millionen Euro fällig. Aber darum ging es bei dieser Sitzung nicht. Auf der Tagesordnung stand die Grunds atzentscheidung, am Standort Burgplatz für das Hallenbad festzuhalten sowie eine Sanierung der Heizungs- und Lüftungsanlagen mit Hilfe des Energiecontractors Cofely. Insgesamt 215000 Euro investiert die Sta dt in das Hallenbad, 165 000 Euro davon außerplanmäßig.

Punkt 1 war schnell abgehakt: Alle Fraktionen legten ein klares Bekenntnis zum Standort am Burgplatz ab. Dort liegt das Bad zentral zwischen den Plochinger Schulen. „Wir stehen zum Hallenbad. Weder zum Standort noch zum Bad selbst gibt es eine Alternative“, betonte Gerhard Remppis (SPD). „Das Bad ist den Plochingern ans Herz gewachsen“, ergänzte Reiner Nußbaum (CDU), auch Brigitte Friederich (OGL) und Rainer Kienzle für die BVP gaben ein klares Bekenntnis zum Standort Burgplatz ab. Dort, so die Fraktionen unisono, würden sich ja auch nach dem Auszug der Feuerwehr neue städtebauliche Perspektiven ergeben, in die ein Hallenbad eingepasst werden soll – auch wenn im Moment das nötige Kleingeld für eine grundlegende Sanierung einfach fehlt, müsse gehandelt werden: „Jahrelang wurde nichts investiert“, sagte Friederich und Remppis betonte, dass man trotz knapper Kassen Kommunalpolitik nicht einfach einstellen könne.

Bei der Finanzierung legte die Verwaltung ein Konzept auf den Tisch, das mehrheitlich angenommen wurde, aber weit über die jüngst bewilligten 50 000 Euro für die Sanierung des Sprungturms und der Umkleidekabinen hinausgeht. „Denn um das Hallenbad die kommenden Jahre überhaupt und

Stadtbad Plochingen

Freunde und Förderer des Stadtbads sorgen immer wieder für ein Highlight: Beim Kinoschwimmen ist das Bad voll.

wirtschaftlich betreiben zu können, sind Sanierungen bei der Heizung und Lüftung unumgänglich“, wie Bürgermeister Frank Buß betonte. Alleine könnte die Stadt die Investition in Höhe von 162 000 Euro für die Heizung und Lüftung sowie weitere 165 000 Euro für Brandschutz, neue Türen, neue Spinde in den Umkleiden sowie die Reinigung der Lüftungskanäle und Wasserauslasse nicht stemmen. Doch gerade die 60 000 Euro teure Reinigung der Lüftungsanlagen, betonte der Leiter des Verbandsbauamtes, Andreas Sättele, seien aus hygienischen Gründen „dringendst nötig“. Für die 162 000 Euro teure Investition in die Heizungs- und Lüftungsanlage holte die Stadt den Energiecontractor Cofely ins Boot. Der Vertreter von Cofely, Steffen Haller, erklärte dem Rat der  Stadt, wie Heizung und Lüftung auf Vordermann gebracht werden können: Cofely investiere in die neue Lüftung 162 000 Euro und spare damit pro Jahr rund 28 000 Euro an Betriebskosten ein, erklärte Haller. Die Investition von Cofely wird aus eingesparten Betriebskosten innerhalb von rund sechs Jahren finanziert, rechnete Haller vor. „Für die Stadt ist diese Investition ein Nullsummenspiel“, sagte Bürgermeister Buß – es sei  auch die einzig mögliche Art, derzeit in das Hallenbad zu investieren und damit das Bad zu erhalten. Die neue Lüftungsanlage soll mit Hilfe von Wärmerückgewinnung funktionieren: Die feuchtwarme Luft im Bad wird angesaugt, Wärme, die jetzt ins Freie geblasen wird, wird rückgewonnen und in die Heizungskreisläufe geleitet. „Das sorgt auch für bessere Luft im Bad“, sagte Haller. Außerdem wird die Steuerung und Regelung der  Beckenwasserheizung erneuert. Der größte Einspareffekt, so Haller, komme aber erst in knapp einem Jahr, dann, wenn in der Tannenstraße ein Blockheizkraftwerk in Betrieb geht, das auch die umliegenden Schulen mit Wärme versorgen soll. Ob denn das bestechende Finanzierungskonzept auch nachhaltig ist, wollte Rainer Kienzle wissen: Die Stadt müsse außerplanmäßig 165 000 Euro ausgeben und binde sich 10,5 Jahre an den Energiecontractor. „Erst dann gehören die Anlagen uns – gibt es bis dahin das Hallenbad noch?“, fragte Kienzle, der mit einem weiteren Vertreter der BVP gegen dieses Finanzierungsmodell stimmte.